Armin Laschet – ein Mann des Ausgleichs hat es geschafft. Ober er auch Kanzler wird,  ist fraglich.

Wer einen quälend langen Wahlgang erwartet hat, wurde enttäuscht. In einer wohl einmaligen Art und Weise, in einem On-Line Bundesparteitag, hat sich die CDU für Armin Laschet entschieden, einen Mann des Ausgleichs, der Geduld und Ausdauer. Im zweiten Wahlgang. Damit hat die Qual der Nachfolgesuche für Angela Merkel nach einem Jahr ein Ende gefunden.

Ich habe ihn noch als Europaparlamentarier kennen gelernt, hilfreich, pragmatisch, vernünftig. Einer, der sich nie polarisierend exponierte. Er hat den Machtübergang von Kohl zu Merkel ohne Schrammen überstanden, einer der wenigen Christdemokraten, denen die Rückkehr in die deutsche Innenpolitik gelungen ist und der sich als Christdemokratischer Ministerpräsident Nordrheinwestfalens, des größten deutschen Bundeslandes, bewährt hat. Ob er auch die Strahlkraft hat als Kanzlerkandidat ins Rennen zu gehen, bleibt abzuwarten. Er war auf jeden Fall ein Politiker, der Merkel loyal ergeben war. Wer ihn allerdings bei seinen letzten Auftritten erlebt hat, bemerkte, dass er kein Freund der GroKo ( das deutsche Kürzel für große Koalition) ist, und ihm ein Zusammengehen mit der FDP allemal lieber ist als eine Koalition mit den Grünen. Das wird ihm die Unterstützung der Wirtschaft sichern, der mittelständischen auf jeden Fall. Er hat sich vorsichtig, aber doch in seiner Corona Politik ebenso wie in seiner programmatischen Ausrichtung von Merkel emanzipiert.

Doch auch der deutsche Industriellenverband, der in Merkel mit ihrem gleichzeitigen Ausstieg aus Kohle-und Atomkraft, ihrem Nachbeten grüner Anti-Auto Kampagnen vorwarf der deutschen Wirtschaft massiv geschadet zu haben, könnte Armin Laschet unterstützen. Wenn, ja wenn sein einzig übriggebliebener Konkurrent, Friedrich Merz,  ihn unterstützt. Er hat ihn zwar als Konkurrenten um den Parteivorsitz aus dem Rennen geschlagen. Wenn Merz allerdings um die Kanzlerkandidatur rittert, schaut die Sache schon wieder anders aus. Ein Splitting zwischen Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur würde die Ausgangslage der CDU für die kommende Bundestagswahl erschweren. Auch ein Doppel zwischen Laschet und dem ehrgeizigen Markus Söder von der CSU ist vorstellbar, aber nur theoretisch. Warum sollte sich Armin Laschet das antun? Selbst in der Corona-Strategie war seine Distanz zu Söder zu erkennen. Was seine Distanz zur AfD betrifft, wird er sich von Merkels Kurs nicht unterscheiden. Allerdings, die nimmt sich durch ihre „Flügelkämpfe“ selbst aus dem Rennen.

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