Sollten Sie mich gerade angeklickt haben, sage ich Ihnen einen herzlichen Gruß, denn Sie nehmen gerade an einer Premiere teil, einer für mich und einer für Sie, Freunde, Gegner, Gleichgültige oder einfach Neugierige. Ich starte nämlich heute meinen Blog und kehre damit zu meinen ursprünglichen, den journalistischen Wurzeln, zurück.  Aus diesem Grund habe ich auch heute meine Mitgliedschaft in der FPÖ niedergelegt. Ohne Nostalgie, sicherlich ohne „Blick zurück im Zorn“. Aber ich will unabhängig, unbeeinflusst und ohne parteipolitische Brille zu aktuellen, tagespolitischen Fragen Stellung nehmen und weder mich noch irgendeine Partei unter Zugzwang bringen.

Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich ohne Parteibuch zugebracht, auch gut die Hälfte meines beruflichen Lebens ohne Parteimitgliedschaft und daran möchte ich wieder anknüpfen, vor einen rot-weiß-roten Flaggenbild meines Freundes Florian Würtz, der die österreichischen Farben zwar glänzend, aber doch leicht entfremdet auf die Leinwand gebannt hat (kommende Woche dann in meinem ersten Vlog zu sehen!).

Auch wir werden gerade zerzaust, verunsichert. Corona strapaziert unser aller Nerven.  

Ich selbst habe mich erst kürzlich testen lassen, gleich zweimal innerhalb von wenigen Tagen. Beide Tests, zuerst der Gentest, dann der PCR Test, waren zu meiner Erleichterung negativ.

Anlass dafür war die Erkrankung eines Freundes, der einen Tag vor dem Lock Down mit seiner Frau bei mir zu Gast war und mich zwei Tage später von dem Ausbruch seiner Covid-19 Erkrankung verständigte. Er geht inzwischen wieder seiner Tätigkeit als Arzt nach. Er war gut zwei Wochen in Quarantäne. Seine Frau, eine Lehrerin, ebenfalls. Wir sind beide negativ. Da soll sich noch einer einen Reim darauf machen. Jetzt werden Massentests vorbereitet, also hoffentlich sind die Fehlerquoten gering und zwar sowohl die falsch Positiven wie die falsch Negativen. Weihnachten soll gerettet werden. Der Schiurlaub auch? – Das ist die Crux. Schon jetzt warnen die Politiker: bei negativen Tests sollen wir nicht übermütig werden und dadurch die Pandemie wieder hochfahren. Was das Schifahren betrifft, quält sich unsere Regierung in Entscheidungslosigkeit. Nach dem Motto: einmal Ischgl – immer Ischgl.

Zu allem Überfluss gibt es in der EU Überlegungen, vom Schifahren im Allgemeinen und in Österreich im Besonderen abzuraten. Das wird den Österreichern die restliche Lust an der EU vermiesen. Es reicht scheinbar nicht, Ungarn und Polen zu vergraulen, weil sie angeblich gegen die Rechtsstaatlichkeit verstoßen. Sie setzen sich mit dem letzten Mittel zur Wehr, das ihnen übrig bleibt, nämlich mit einem Veto gegen das EU-Budget. Dass dies – nach dem Brexit – eine der größten Krisen der EU ausgelöst hat, geht in der allgemeinen Corona-Fixierung unter. Und dass dies ausgerechnet unter der deutschen EU-Präsidentschaft passiert, spricht nicht gerade für die Sensibilität Angela Merkels. Wer hier wen in Geiselhaft nimmt, Ungarn und Polen die EU oder umgekehrt, sei dahingestellt. Wie wäre es den Ratschlag Viktor Orbans zu befolgen und die Diskussion um die Rechtsstaatlichkeit von der Budgetfrage zu trennen? Eine gar nicht so unvernünftige Idee, um die Pattsituation in der Europäischen Union zu überwinden – meint Ihre

                  Ursula Stenzel

  1. Michael Mittelstaedt says:

    Gratulation zu der Entscheidung diesen Blog zu eröffnen!

    Nun hat Österreich endlich neben Andreas Unterberger eine weitere mutige Journalistin wieder, die immer unverblümt zu ihrer Meinung gestanden ist und dazu sogar jetzt wieder „parteifrei“ geworden ist.

    Liebe Kartellschwester danke für all Dein Wirken für Österreich und wir freuen uns schon auf so manche „scharfe Zunge“

  2. Dl Wolfgang Fröhlich says:

    Meine Vorzugstimme bei der letzten Wahl war vergebens! Aber ich bin sicher, Sie bleiben sich treu! Liebe Grüsse DI WFr

  3. Dr.Alfred Hulka says:

    Bezüglich angeblicher Verletzung der Rechtsstaatlichkeit durch Ungarn und Polen: Kann mir ein klügerer Jurist als ich erklären warum anstelle des Artikel 7 EU Verfahrens zum Mittel der finanziellen Erpressung gegriffen werden
    soll?
    Mit den besten Wünschen zum Start dieses „Blogs“

  4. orianafallaci says:

    Gratulation, Unabhängigkeit ist ein hohes Gut.
    Bin schon gespannt auf Ihre Meinung bzgl direkter Demokratie, Migation, den neuen Anti Hass Gesetzen,
    der EU generell, der EU Fiskal und Militärpolitik, Corona, Sozial und Wirtschaftspolitik.
    Ich kann mir vorstellen man wird nicht immer einer Meinung sein, aber Respekt ist gegeben, immer eine gute Basis:)

  5. orianafallaci says:

    Ergänzend zum Beitrag: Vielleicht sollte man bei Null anfangen und in Frage stellen, ob die EU überhaupt eine rechtlich und fiskal übergeordnete Instanz sein soll 🙂

  6. Dr. Hans Jörg Schachner says:

    Gratuliere Ihnen zu dem Entschluß, Ihre Erfahrungen ( insbesonders durch Ihre Tätigkeit bei der EU ) auch anderen zukommen zu lassen. Meiner Meinung nach hat die EU bei der Beschaffung des Corona-Impfstoffes versagt.
    Zu wenig und zu spät bestellt und darüberhinaus den Mitgliedstaaten verboten, selbst Bestellungen zu tätigen.
    Die bevormundende Verteilung durch die EU und ein unfähiger Gesundheitsminister machen das Chaos perfekt.
    Es ist höchste Zeit Anschober durch einen Fachmann zu ersetzten.

    CATO

  7. Robert Steuerl says:

    Guten Morgen,
    Ich habe gestern das Interview mit ihnen auf Fellner live gesehen.
    Ich glaube sie sind mittlerweile eine der wenigen mit normalen Ansichten und nicht dem Mainstream folgend.
    Bravo, machen sie weiter so und viel Erfolg.

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