Liebe Freunde, Gegner, Gleichgültige oder einfach Neugierige,

also, Krampus und Nikolo, liegen hinter uns. Nikolo ist mir lieber, aber beide treffen die Stimmungslage in unserem Land ganz wunderbar. Es sind die Gegensätze, die uns in diesen Corona Zeiten ständig begleiten, Zuckerbrot und Peitsche. Nach dem Lockdown wieder ein bisschen Freiheit, Einkaufen gehen, in die Schule gehen; angeblich sehnen sich die Kinder danach, wie eine Schuldirektorin mit Genugtuung feststellte. Ich kann das nachvollziehen. Nervöse Eltern, womöglich Alleinerziehende, die mit Homeoffice und Homeschooling überfordert sind und überhaupt nicht mehr gewöhnt sind Kinder so lange um sich zu haben, sind für ihren Nachwuchs sicher kein Vergnügen. Da ist das, was man heutzutage analogen Unterricht nennt, schon um Klassen besser.

Schade nur, dass es, wenn wir nicht brav sind, womöglich noch einen dritten Lockdown geben wird, und das Schuljahr löchrig wird wie ein Emmentaler Käse.

Was ist dann mit dem Recht auf Bildung, Recht auf Arbeit und Recht auf Zukunft? Oder können wir das alles nur retten, indem wir unsere Ansprüche herunterschrauben, nach unten nivellieren? Pisa am besten gleich vergessen.

Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass die Teststraßen nicht gestürmt wurden. Im Gegenteil: der Andrang war enden wollend und das obwohl die Tests den Einzelnen nichts kosten. Aber wer will, wenn er sich schon nicht krank fühlt, plötzlich mit einem positiven Test überrascht und in Quarantäne geschickt werden? Und dieser Test womöglich falsch ist? Dies hat sicherlich viele davon abgehalten, die Gelegenheit zum Testen zu nützen. Die nächste Frage ist dann, wie aussagekräftig diese Tests als Grundlage für die nächsten Entscheidungen sind.

Also nach wie vor mehr Fragen als Antworten und dies führt notgedrungen zu Verunsicherung. Nochmals, ich selbst habe mich testen lassen und werde dies vor Weihnachten nochmals tun, damit sich niemand durch mich gefährdet fühlt. Nach dem Motto, wenn´s nix nutzt, schad´s nix.

Eine andere Sache ist die Impfung. Großbritannien ist vorgeprescht in einer sogenannten Notfallszulassung. Vielleicht will es das Inselreich der EU zeigen,

wie man´s macht, bevor es endgültig austritt. Es hat die Freigabe durch die Europäische Arzneimittelagentur nicht einmal abgewartet. Auch wenn Sie und ich das Gefühl nicht loswerden, dass die Teststraßen in Österreich eine Art Generalprobe für die Massenimpfungen sind, ich persönlich werde mir zunächst anschauen, wie das britische Versuchslabor funktioniert.

Das ist doch kein schlechtes Abschiedsgeschenk der Briten an die EU. Dass die Impfstoffe in den USA und in Europa nicht in unser Erbgut eingreifen, glaube ich den Wissenschaftern sogar. Viele Firmen reißen sich schon um das Geschäft, klar. Aber wir müssen uns bewusst sein, dass eine reguläre Marktzulassung erst nach einer zweijährigen Testphase üblich ist. Wer es früher riskiert, tut es auf eigene Verantwortung. Der Lebzelt Nikolo ist jedenfalls ungefährlich.

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