Ich habe jetzt länger nicht gebloggt, weil ich an meinem Buch geschrieben habe, aber die Ereignisse rund um den Hofer-Rücktritt schreien danach. Wer meine Auftritte in OE24 TV seit gestern verfolgt hat, kennt meine Haltung. Ich stehe außerhalb der FPÖ und habe meine Parteimitgliedschaft zurückgelegt, aber nicht mein Eintreten für eine starke FPÖ.

Gestatten Sie mir einen Helikopterblick auf die Ereignisse. Das wird auch Hofer gerecht, der ja ein leidenschaftlicher Pilot ist. Was wäre, wenn man ihn beim Sonderparteitag zum Ehrenobmann der FPÖ küren würde? Das würden viele als einen Akt der Versöhnung verstehen. Ich hoffe im Interesse Österreichs auf eine Erholung der FPÖ. Kurz ist durch eigene Schuld schwer angeschlagen, die Tage der türkis/grünen Koalition sind gezählt. Diese hält nur, weil keiner von ihnen, weder Kogler noch Kurz zur Zeit Neuwahlen riskieren wollen. Daher ist eine schlagkräftige FPÖ ein Gebot der Stunde. Hofer, den ich persönlich sehr schätze und der die Partei nach der IBIZA-Falle, in die Strache hineingetappt ist, durch schwierige Gewässer geführt hat, war nicht mehr der Mann der Stunde.

Alle, die ihm jetzt Krokodilstränen nachweinen, heucheln. Er wurde als das sanfte Gesicht der FPÖ bezeichnet, das halt nur Fassade war. In Wirklichkeit ging es ihnen, allen voran der Kurz-ÖVP und ihren medialen Echoschreibern darum, den Dualismus in der FPÖ fortzuschreiben. Das lenkt so schön von ihrer eigenen Misere ab, die Kurz selbst zu verantworten hat. Pubertäre Chats, ungeheure Schiebereien bei der Besetzung der ÖBAG, Anklagedrohung wegen vermutlicher Lügen vor dem U-Ausschuss, Missachtung des Parlaments und und und … Es bedarf in einer solchen Phase der Selbstbeschädigung des türkisen Wunderwuzzis Sebastian Kurz, von Blümels E-Mail Poker gar nicht zu reden, einer scharfen Oppositionspolitik und keiner Anbiederung, als möglicher Koalitionspartner einer ÖVP, ob schwarz oder Türkis.

Aber Achtung: das, was jetzt die willfährigen Medien zu kolportieren versuchen, eine Art Dolchstoßlegende: das stimmt nicht. Es gibt keinen Königsmörder in der FPÖ: 1. Ist Hofer kein König und 2. ist Kickl kein Königsmörder.

Nein: Er ist der Mann der Stunde. Ein Sonderparteitag sollte so schnell wie möglich einberufen werden. Das Präsidium der FPÖ wird darüber schon kommenden Montag entscheiden. Je länger ein Parteitag hinausgezögert wird, umso schlechter: das freut nur die Feinde der FPÖ, denn dann zieht sich die Personaldiskussion bis in den Herbst hinein und man kann unentwegt über Richtungsdiskussionen in der FPÖ berichten. Dies dürfte mittlerweile allen klar geworden sein. So haben so manche, die ihren Kopf zu weit hinausgestreckt haben bereits einen mehr oder minder erwarteten Rückzug angetreten. 

Als erster der oberösterreichischen Landeshauptmannstellvertreter und oberösterreichische Landeshauptmann Manfred Haimbuchner, der klar gemacht hat, dass er nicht um den Bundesparteivorsitz rittern wird. Als zweiter, der Wiener FPÖ Obmann Dominik Nepp, der sich sekundiert von dem ÖVP- und Kurz -nahen Kurier als mögliche Alternative zu Kickl ins Spiel gebracht hat. Ein Manöver das eher als Selbstschutzvorstoß zu betrachten war. Und Kunasek, der Obmann der Steiermark, als eine Alternative zu Kickl? Das glaubt er wohl selbst nicht.

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