Liebe Freunde, Gegner, Gleichgültige oder einfach Neugierige,

das, was ich vor Weihnachten schon prophezeit habe, ist eingetreten: Die EU und Großbritannien haben einen Deal. Heureka!  Und dies begrüße ich grundsätzlich. Kanzlerin Merkel kann sich gratulieren, dass ihre Präsidentschaft nicht mit der Blamage eines harten Brexit geendet hat. Jetzt allerdings, da  das Handelsabkommen vorübergehend in Kraft ist – auch ein Novum in der EU, da man den nationalen Parlamenten und dem Europäischen Parlament Zeit für die Überprüfung geben will – wird das Konvolut allmählich klar und ich stelle mir die Frage, wozu Johnsohn  die Krot gefressen hat?

Johnson musste Federn lassen

 Denn so viel hat sich nicht geändert:  Zwar wird es keinen Zoll für EU-Importe geben und keine Mengenbeschränkungen – gut für beide. Aber es wird eine Prüfung der britischen Einfuhren geben, ob die in der EU üblichen Standards eingehalten werden,  als da sind Umweltstandards,  Sozialstandards,  usw. Gut für die EU, die damit verhindern will,  dass es zu Wettbewerbsverzerrungen und Preisdumping kommt  und daher auch der hinter den Standards versteckte Protektionismus der EU ungeschoren bleibt.  Aber  Frankreich kann immer wieder die Daumenschrauben anziehen. Und hat es auch schon unter dem Vorwand von Corona  getan. Staus waren die Folge und sie weiterhin vorprogrammiert.

Was die Fischerei betrifft, hat Frankreich eine Übergangslösung durchgesetzt.  Die nächsten fünf Jahre wird es um 25 % weniger in britischen Gewässern fischen, danach wird neu verhandelt.  Kein Volltreffer für die Briten. 

Auch die Nordirlandfrage ist nicht vom Tisch. Zwar gibt es keinen Backstop mehr an der Landgrenze zwischen Nordirland und Großbritannien, dafür aber  Zollkontrollen in den nordirischen Häfen, die zu britischem Staatsgebiet gehören. Nordirland wird versuchen dies zu umgehen und verstärkt mit der Republik Irland kooperieren, was dem Nordirlandkonflikt neuen Auftrieb geben könnte.

Die heikle Frage des Finanzsektors wurde völlig ausgeklammert. Hier ist es Johnson nicht gelungen, die EU Kommission davon zu überzeugen, dass die EU das britische Regelwerk als gleichberechtig anerkennt, dies ist eindeutig ein Vorteil für die EU. Also auch in der Londoner City wird es nicht nur zufriedene Gesichter geben.

Trotzdem hat Johnsohn Grund zur Zuversicht: Der Vertrag wird im Eiltempo  im Unterhaus  durchgewunken werden.  Auch der Ratifizierungsprozess im Europaparlament und den 27 nationalen Parlamenten wird über die Bühne gehen.  Aber das Ganze ist kein Ruhmesblatt weder für Johnson, noch für die EU, wo sich schon jetzt gezeigt hat, dass sich die Gewichte zugunsten Frankreichs verschieben.

In der EU kracht es im Gebälk  

Nach dem Ausscheiden Großbritanniens ist Frankreich die einzige verbleibende Atommacht in der Europäischen Union und Macron versteht diese Rolle auch auszuspielen. Nicht nur im militärischen Bereich, sondern auch im zivilen.

Er will den Bau neuer Atomkraftwerke vorantreiben, von denen er überzeugt ist, dass sie die beste Methode sind CO2 neutral zu werden. Damit hat nicht nur Merkel keine Freude, die aus der Atomkraft aussteigen will,  sondern selbstverständlich auch unsere  grüne Umweltministerin.  Aber alle anderen, die nach wie vor auf Atomkraft setzen, so unsere Nachbarn,  Slowakei und Tschechien,  schon.  Also:  Die Rest- EU ist nach dem Brexit nicht geschlossener als vorher. Die nächsten Zerreißproben zeichnen sich ab.

Die Impfungen haben begonnen – Fragen bleiben

Und nun eine gute Botschaft: Die ersten Impfungen gegen Corona sind unter viel öffentlicher Aufmerksamkeit über die Bühne gegangen.  Ein erster Hoffnungsschimmer  auf ein Ende der die Wirtschaft vernichtenden Loackdowns ? Mitnichten. Bis es soweit ist, muss es erst zu breitgestreuten Durchimpfungen kommen.  Allerdings bleiben nach wie vor Fragen nach der Sicherheit und der Wirksamkeit des Impfstoffes von Biontech – Pfizer und den anderen Produkten, die ebenfalls demnächst  ausgeliefert werden, offen. Und dies trotz der zur Schau gestellten Zuversicht von Kurz und Co.

Die Kritik lässt sich in drei Punkten zusammenfassen:

1. Den zeitlich zusammengedrängten klinischen Testphasen, d.h.: Die parallel verlaufenen Arbeitsschritte haben die Wartezeiten verkürzt.  Für die Abklärung der Spätfolgen blieb keine Zeit.  Dies muss erst jetzt geschehen, während die Impfungen schon verabreicht werden. Unter normalen Umständen haben derartige Untersuchungen mindestens fünf Jahre, aber in der Regel acht bis zwölf Jahre in Anspruch genommen.

2. Ist nicht klar, ob die Impfung die Infektionskette unterbricht. Bei präklinischen Versuchen an Rhesusäffchen hat sich gezeigt, dass die Versuchstiere, die geimpft waren, zwar keine Lungenentzündung bekamen, aber sehr wohl  die Viren besaßen und damit ansteckend blieben. Ist dies bei den Menschen, die jetzt in der ersten Phase geimpft werden, auch so? Der 95% Schutz gibt zwar zu Hoffnung Anlass, ob aber auch die Infektionskette unterbrochen wird, ist unsicher.

3. Bei einer Testphase in Oxford wurden bei Probanden auch Blutproben kontrolliert. Dabei zeigte sich, dass bei jedem Zehnten von über 500 Testpersonen eine Verminderung  von bestimmten weißen Blutkörperchen zu beobachten war, die  sehr wichtig für die Abwehr von Krankheitserregern sind. Das heißt:  Es trat eine Immunschwäche auf, die zu schweren Reaktionen führen kann. Derartige Begleiterscheinungen nimmt man in der Krebstherapie in Kauf, wenn aber ein derartiger Impfstoff Gesunden initiiert wird, führt dies zu einer Schwächung des Immunsystems  statt es zu stärken.  Vielleicht arbeiten die Wissenschafter bereits daran, diese signifikante Rate der sogenannten Neutropenie zu verringern oder auszuschalten. Auf jeden Fall dürfte dies nicht verschwiegen werden.

Also nicht nur die Lieferketten und die Verteilung der Impfstoffe sind ein Problem,  sondern auch die in der öffentlichen Debatte untergegangenen  Fragen zur Sicherheit und Wirkung.  Sie werden uns auch im neuen Jahr beschäftigen.

Und immer wieder Trump

Weniger beschäftigen wird uns die Frage, ob der noch amtierende  US Präsident Trump, Joe Biden das Weiße Haus übergeben wird oder nicht. Er wird es müssen. Biden hat die Wahl gewonnen, knapp aber doch und die Mehrheit des Wahlkollegiums hatte er bequem erreicht. Trotz aller Versuche Wahlschwindel einzuklagen, ist dies mangels Beweisen nicht gelungen. Was nicht heißt, dass es keine Wahlmanipulationen gegeben hat, sie konnten nur nicht nachgewiesen werden. Trump hat versucht Biden mit der Freigabe der Impfung die Show zu stehlen. Mit dem Verzögern der Milliardenschweren Unterstützungsprogramme für die Corona- geprüften Amerikaner hat er sich keinen guten Dienst erwiesen. Zuerst die Ablehnung, weil angeblich zu gering, dann aber doch die Zustimmung, weil auch die Republikaner im Kongress diesem Hilfspaket zustimmten, beweist vor allem, dass er bis zum allerletzten Tag seiner Amtszeit Entscheidungen treffen möchte, die seinem Nachfolger die Hände binden und es beweist vor allem Eines: Altersstarrsinn.  

  1. Sehr geehrte Dame!
    Zuerst bedanke ich mich für Ihren sehr lesenswerten Blog. Gratulation!
    Gleichzeitig möchte ich Sie um eine Information ersuchen: Sie schreiben über eine Verringerung von bestimmten weißen Blutkörperchen während einer Testphase in Oxford. Könnten Sie mir die Quelle dazu geben, ich möchte die Details herausfinden.
    Mit Dank im voraus und freundlichen Grüßen!

  2. Peter Seifert says:

    Leider gehöre ich zu der vulnerablen Gruppe ( Alter und Vorerkrankung) welche sich von den Bedenkenträgern
    und die in Ihren „Freiheitsrechten eingeschränkten“ Impfverweigerer ; substanziell gefährdet sieht.
    1.) Ob ich andere gefährde lässt sich durch Test und Diszilpin zumindest zeitlich begrenzt einschränken .
    Wie man täglich sieht wir dies nur sehr eingeschränkt angenommen.
    2. ) Wenn die Gruppe der Impfgegner und Berufsverweigerer sich ohne Schtutzmassnahmen besser fühlt soll mir das Recht sein aber bitte hört auf gegen die Schutzbedürftigen Stimmung zu machen. , Ich für meinen Teil nehme mir die Freiheit mich jetzt zu schützen –so lange es noch geht. Langzeitstudien erlebe ich vielleicht nicht mehr . „Gegen Dummheit ist ka Kräutl gwachsn“

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