Unauffälliger konnte der Managementplan für das Historische Zentrum Wiens wohl kaum verabschiedet werden. Als Tagesordnungspunkt 18 in der Gemeinderatssitzung vom 25. November d.J., mit den Stimmen der SPÖ, ihres unscheinbaren derzeitigen Koalitionspartners, der NEOS und den Stimmen des vorherigen Koalitionspartners, der Grünen. Spät aber doch, 20 Jahre nachdem die UNESCO das historische Zentrum Wiens auf Wunsch des damaligen Bürgermeisters Häupl zum UNESCO Welterbe erklärt hatte, 15 Jahre nachdem eine erste, aufwendige Publikation – „ Wien, Weltkulturerbe – der Stand der Dinge“ wo noch von Hochhaus-Ausschlusszonen im historischen Zentrum die Rede war,  und 10 Jahre nachdem ein umstrittener und mit Prozessen belasteter Immobilienhai mit Duldung und aktiver Unterstützung der Stadt Wien mitten in eben diesem Weltkulturerbe auf dem Areal des Hotels Intercontinental und des traditionsreichen Wiener Eislaufvereins ein abenteuerliches Hochhausprojekt plante, das nur einen Schönheitsfehler hatte, es war mit 76 Metern zu hoch und auch der leicht modifizierte Plan mit 66 Metern widersprach den Auflagen des Welterbekomitees. Die historischen Sichtachsen vom Oberen Belvedere wurden durchschnitten, sodass es im Juli 2017 auf der Konferenz in Krakau zu einer Wiens Prestige abträglichen Sanktion kam: Wien wurde auf die rote Liste gefährdeter Welterbestätten gesetzt. Als damals noch Stadträtin und Präsidentin der österreichischen Kulturgüterschutzorganisation Blue Shield hatte ich Gelegenheit das Wort zu ergreifen und plädierte dafür, dass die UNESCO den Schalmeientönen des offiziellen Abgesandten der Stadt Wien, keinen Glauben schenken und Wien auf die rote Liste setzen möge, was mir wütende Reaktionen des rot/grünen Wien einbrachte und ich quasi als Nestbeschmutzerin diffamiert wurde. Nun – dies hat sich inzwischen geändert, denn Häupl, der das Projekt noch mit der Brechstange durchsetzen wollte, ist Geschichte, der ehemalige Plaungssprecher der Grünen, Christoph Chorherr hat einen Prozess am Hals wegen des Verdachts der Bestechung, Bestechlichkeit und Amtsmissbrauchs und sein Nachfolger Michael Ludwig scheut lautstarke Konfrontationen und hat eine neue Taktik eingeschlagen.

Die UNESCO soll milde gestimmt werden, durch eben diesen Managementplan und das Projekt Michael Tojners gerettet werden, doch in welcher Form? Dies ist die große Frage: keiner, außer der Betreiber, sein Architekt und die in die Verhandlung mit der UNESCO eingebundenen Diplomaten und Beamten wissen wie der adaptierte Entwurf ausschaut. Ob wirklich ohne Hochhaus, dafür mit einem riesigen klobigen Klotz, der die architektonische Balance zwischen Schwarzenbergplatz und Konzerthaus ebenfalls empfindlich stören könnte? Warum die Geheimnistuerei? Das macht misstrauisch und ist weit entfernt von einem transparenten Prozess. Feststeht, dass die Stadt Wien dem Projektbetreiber Prof. DDr. Michael Tojner im Wort ist und dieser das Baurecht hat. Die Sache ist also noch lange nicht ausgestanden.

„Wie im Flug – Etappen meines Lebens“

Am 18. November habe ich im Theatermuseum in Wien, mitten im Welterbe- Zentrum Innere Stadt, mein Buch vorgestellt: „Wie im Flug- Etappen meines Lebens“. Darin gehe ich nicht nur auf die diversen beruflichen Stationen ein, von meiner ORF Zeit als Auslandsredakteurin und erste Moderatorin im Fernsehen bis zur Politikerin in der EU und in Wien, sondern auch auf das Ringen um das Weltkulturerbe, dem ich mich nicht zuletzt wegen der persönlichen Geschichte meines Vaters besonders verpflichtet fühle. Wer dies nachlesen will, kann dies gerne tun und das Buch über folgenden Link bestellen:

www.buecherquelle.at/shop/wie-im-flug/

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