Tag zwei nach meiner Rückkehr ins Privatleben. Das so privat nicht ist.

Der Vormittag verging mit diversen Interviews, Kurier, Salzburger Nachrichten. Jeder wollte wissen, warum ich meine Parteimitgliedschaft in der FPÖ zurückgelegt habe.

Meine Antwort blieb gleich: da ich zu meinem eigentlichen Beruf zurückkehren will, halte ich es für angebracht über den Dingen zu stehen und will mich von jedem Verdacht befreien parteiisch gefärbt zu argumentieren. Ich nehme mir die Freiheit, unabhängig zu kommentieren, in einem Blog, den ich am 7. Dezember starten werde, warum erst am 7. , warum nicht gleich? Weil es doch einiger Vorbereitungen auch technischer Art bedarf. Außerdem arbeite ich meine verschiedenen beruflichen Etappen in Buchform auf. Jeder, der schon einmal ein Buch geschrieben hat und keinen Ghostwriter hatte, weiß, wie arbeitsaufwendig das ist. Ich bin sozusagen mein eigener Ghostwriter, nur einmal fungierte ich selbst als Ghostwriter, als ich den Text zu dem Fotobuch meines Mannes aufgrund seiner Aufzeichnungen und von mir gemachten Tonband-Protokolle schrieb. Ich schien dann allerdings als Autorin auf dem Cover auf. Wir betitelten es „Bilder eines Schauspielers“. Mein Mann, Heinrich Schweiger, war nicht nur ein begnadeter Schauspieler, er war auch ein leidenschaftlicher Fotograf und hatte auf diese Weise einen sehr persönlichen Zugang zu seinen Kollegen, Attila Hörbiger, Paula Wessely, natürlich deren Töchter, Elisabeth Orth, Christiane Hörbiger und Maresa Hörbiger, Oskar Werner mit dem er gemeinsam auf der Bühne stand und vielen eine Sternstunde des Theaters, des Burgtheaters, in Jean Anouilhs „Becket oder die Ehre Gottes“ bereitete. Aber es waren auch unvergessliche Größen wie Alma Seidler, Helene Thimig, Albin Skoda, Heinz Reincke, Regiemonumente wie Fritz Kortner, die mein Mann abgelichtet hat. Das Schwierige daran war, dass ich mich beim Schreiben selbst zurücknehmen musste und seine Diktion, seinen Stil und seine Aussagen wiedergeben wollte; vor allem musste ich viel Überredungskünste aufbringen, um ihn aus der Reserve zu locken, denn er hatte sehr oft die Ansicht, dass bestimmte Geschichten, die ihn betrafen entweder zu uninteressant waren oder man sie nicht schreiben konnte. Doch alles kann man schreiben. Da gibt es kein Limit. Damals schwor ich mir, nie wieder ein Buch zu schreiben. Jetzt tue ich es doch. So leicht bricht man seine Schwüre.

Nach diesem kurzen Abschweifen wieder zurück zu Tag 2 meines nicht so privaten Lebens. Am Nachmittag rief mich wieder die Redaktion von Fellner TV an, um sich zu vergewissern, dass ich auch heute, also am 1. Dezember um 16.30 einen Studio Termin hätte. „ Dieser bleibt aufrecht, obwohl ich doch gestern schon bei ihnen war?“ Ja natürlich, diesmal wollte mich der Chef, Wolfgang Fellner, persönlich in „Fellner!LIVE“. Er ließ in seinen Fragen mein journalistisches und auch politisches Leben Revue passieren, meine Beziehung zu HC Strache und gebrauchte erstmals die Formulierung, ob ich nicht vor den Trümmern meines politischen Lebens stünde. Nein, sicher nicht. Ich sehe keine Trümmer, ich habe aufgehört, ohne Groll und ohne Zorn und stürze mich in meine neuen Aufgaben, soweit ich dazu körperlich und geistig imstande bin.

Doch machen Sie sich selbst ein Bild, hier die Links zu meinen beiden Interviews am 30.November und am 1. Dezember bei Fellner TV:

https://www.oe24.at/video/politik/ursula-stenzel-tritt-aus-fpoe-aus/455903143

https://www.oe24.at/video/politik/ursula-stenzel-im-interview/455955008

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